Was sind Terpene?

07.03.2019 13:35

Terpene sind die Duftmoleküle der Pflanzen. Selbstverständlich enthalten auch die vielen unterschiedlichen Cannabissorten Terpene. Die spezielle Zusammensetzung verschiedener Terpene gibt jeder einzelnen Cannabissorte einen individuellen, unverwechselbaren Geruch und Geschmack. Dabei ist das Zusammenspiel zwischen dem Mix aus Terpenen und den Cannabinoiden auch mitentscheidend für die Wirkung des Cannabis. Dieses Zusammenspiel nennt man den Entourage-Effekt.

Die Wirkung der Terpene ist schon seit langem bekannt durch die Verwendung ätherischer Öle. Sie sind die Wirkkomponenten der ätherischen Öle und helfen fokussiert zu sein, schläfrig zu werden oder öffnen die Blut-Hirn Schranke für ein besonders intensives Erleben. Nachfolgend werden wir die wichtigsten Terpene, die in Cannabis enthalten sind einzeln betrachten.

Myrcen

Myrcen ist ein dreifach ungesättigter azyklischer Monoterpenkohlenwasserstoff, der wegen seiner vielfältigen Wirkung eines der wichtigsten Terpene ist. Neben Cannabis ist Myrcen vorhanden in Mangos, Lorbeerblättern, Hopfen, Eukalyptus und in Zitronengras. Myrcene werden verwendet gegen Schlaflosigkeit und Schmerzen und haben entzündungshemmende Wirkung. Eine Besonderheit des Myrcens ist es, dass es den Widerstand der Blut-Hirn Schranke senkt und dadurch andere Chemikalien und sich selbst ermöglicht diese Schranke schneller und einfacher zu überwinden.

Beispielsweise führt das Verzehren einer Mango eine dreiviertel Stunde vor Cannabisgenuss zu einer schneller einsetzenden und intensiveren psychoaktiven Wirkung. Man hat nachgewiesen, dass Myrcen beim CB1 Rezeptor einen höheren Sättigungslevel zulässt und damit ein intensiveres Erlebnis ermöglicht. Einen besonders hohen Level an Myrcen weisen die Indica Sorten auf und man vermutet, dass dies auch mitursächlich für den sogenannten couch-lock Effekt ist, also die stark sedierende Wirkung einiger Cannabissorten.

Myrcen

Limonen

Limonen ist ein monocyclisches Monoterpen. Übrigens liegt die Betonung bei Terpen, Myrcen und Limonen auf der letzten Silbe –en. Limonen hat einen bitteren Geschmack und einen starken Zitrusduft. Limonene werden in der Medizin, in Lebensmitteln und Parfums genutzt und sind Hauptbestandteil der Zitrusreiniger. In der Medizin wird es gegen Sodbrennen und insbesondere gegen Pilzsporen eingesetzt. Durch seine Eigenschaft Proteine zu durchdringen ist es sehr wirksam gegen Nagelpilze. Weiterhin wird es zur Behandlung von Depressionen und Angstzuständen genutzt. Limonen hilft außerdem bei der Aufnahme anderer Terpene und Chemikalien über die Haut und die Schleimhäute.

Limonen

Linalool

Linalool ist ein acyclisches Monoterpen. Es ist bekannt für seinen frischen, blumigen Duft den es Lavendel verleiht, dessen Hauptbestandteil es ist. Linalool ist neben Lavendel in hunderten Pflanzen vorhanden unter anderem in Birken, Koriander, Lorbeer, Rosenholz und Zitrus. Es wird seit Menschengedenken als Schlafhilfe angewandt und kann auch zur Fokussierung genutzt werden. In der Medizin wird es bei der Behandlung von Psychosen und Angstzuständen angewandt. Wenn man es verdampft kann es auch als Insektizid gegen Fruchtfliegen, Flöhe und Kakerlaken helfen.

Linalool

Citronellol

Citronellol ist ein Monoterpen und eng verwandt mit Geraniol. Es kommt in Geranien, Rosen, Zitronengras und Zitrusschalen vor. Citronellol wird als Duftstoff in Deo-Produkten und Waschmittel eingesetzt und ist seit jeher bekannt als Abwehrmittel gegen Mücken. Es ist wie viele andere Terpene auch entzündungshemmend und steigert das Immunsystem.

Citronellol

Caryophyllen

Caryophyllen ist ein Sequisterpen das auch in vielen ätherischen Ölen vorkommt. Neben Cannabis ist es in Basilikum und vielen Gewürzen enthalten wie Oregano, Kümmel, Pfeffer und Rosmarin. Dieses Terpen ist ebenfalls entzündungshemmend und anti-oxidativ. Es wird vermutet, dass es eine Verbesserung der Aufnahme von CBD über den CB2 Rezeptor bewirkt.

Caryophyllen

Pinene

Pinene sind Monoterpene und haben einen leicht terpentinhaltigen bzw. scharf-süßlichen Geruch und erinnern an Nadelhölzer. Es ist unter anderem vorhanden in Myrte, Fichte, Fenchel, Orangenschalen und Kiefern. Aus der Rinde der Kiefer wird Terpentinöl hergestellt, dass verschieden Pinene enthält. Pinene reagieren gut mit anderen Chemikalien und lassen dann wieder andere Terpene entstehen wie Limonen oder bei Erhitzung Myrcen. Pinene sind besonders wohltuend für die Bronchien und werden schon seit Urzeiten zum Inhalieren und für die Behandlung von Asthma genutzt. Es öffnet geradezu die Lungen, wenn man im Sommer durch einen Kiefernwald spaziert. Dafür sind die Pinene verantwortlich.

Pinene

Humulen

Humulen ist ein monocyclisches Sequiterpen. Humulen ist ein Isomer des Caryophyllen. Es kommt in Hopfen, Koriander, Ingwer, Cannabis und vielen anderen Pflanzen vor. Den Geruch kann man erfahren, wenn man durch ein Sonnenblumenfeld läuft. Seinen Namen hat es vom Hopfen, der lateinisch Humulus lupulus heißt und es spielt eine große Rolle beim Bierbrauen und ist verantwortlich für den hopfigen Geschmack einiger Biere. Hopfen und Cannabis sind übrigens eng verwandt und so verwundert es nicht, dass es vor kurzem Forschern gelungen ist, aus Hopfen THC und CBD zu synthetisieren.

Humulen ist antibakteriell, stark entzündungshemmend und wird auch als Anorektikum genutzt, also als Appetitzügler. Humulen ist ein wichtiger Bestandteil der traditionellen, chinesischen Medizin zur Bekämpfung von Entzündungen.

Humulen
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